Flakartillerie

Flakartillerie
Flạk|ar|til|le|rie 〈f. 19; unz.; Mil.; im 2. Weltkrieg〉 mit Waffen zur Fliegerabwehr ausgerüstete Truppe

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Flạk|artillerie,
 
heute kaum noch übliche Bezeichnung für die mit der Aufgabe der bodengestützten, aktiven Luftverteidigung betrauten, aus der Artillerie hervorgegangenen und mit Flugabwehrkanonen ausgerüsteten Truppen. In der Bundeswehr wird heute die Aufgabe der Flakartillerie durch die Heeresflugabwehrtruppe und die Flugabwehrraketentruppe der Luftwaffe wahrgenommen (Flugabwehr).
 
Die Herausbildung der Flakartillerie hängt unmittelbar mit der Entwicklung der Luftkriegsmittel zusammen. Wurden noch 1794 bei der Belagerung von Maubeuge und 1870/71 bei der Belagerung von Paris zur Bekämpfung der eingesetzten Ballons normale Feldgeschütze verwendet, so führte zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Aufschwung der Militärluftfahrt zur Entwicklung spezieller Geschütze zum Kampf gegen Luftziele. In Deutschland wurden »Ballonabwehrkanonen« hergestellt, von denen das deutsche Heer zu Beginn des Ersten Weltkriegs 18 Stück besaß. Seit 1916/17 galt die Flakartillerie als eigenständige Waffengattung des Heeres, 1918 war sie mit fast 3 000 Geschützen ausgestattet. 1935 wurde die Flakartillerie, zuvor durch den Versailler Vertrag in Deutschland verboten, als Waffengattung im Rahmen der Luftwaffe neu aufgestellt; das Heer erhielt ab 1938 eigene Flakeinheiten, ab 1941 Flakabteilungen, daneben gab es bis 1945 Marineflakabteilungen. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs verfügte die deutsche Wehrmacht über rd. 9 300 Flakgeschütze und rd. 3 000 Scheinwerfer zur Zielbeleuchtung. Neben der leichten Flakartillerie (Kaliber 2 cm und 3,7 cm; Schusshöhen bis zu 5 000 m) spielte im Verlauf des Krieges die schwere Flakartillerie (Kaliber 8,8 cm, 10,5 cm, 12,8 cm, schließlich 15 cm; Schusshöhen von bis zu 15 000 m) im Kampf gegen die alliierten Bomberflotten, aber auch im Erdeinsatz gegen Panzer (so v. a. die bekannte »Acht-Acht«) eine immer größere Rolle. Im Oktober 1944 umfassten allein die Flakverbände der Luftwaffe im Reichsgebiet mehr als 1,1 Mio. Soldaten und Luftwaffenhelfer, davon etwa 130 000 Frauen. Im Februar 1945 hatten alle drei Teilstreitkräfte der deutschen Wehrmacht rd. 50 000 Flakgeschütze aller Kaliber eingesetzt. — Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die schweren Flakgeschütze in allen Armeen nach und nach durch Flugabwehrraketen ersetzt.
 
 
H.-A. Koch: Die Gesch. der dt. F. 1935-1945 (Neuausg. 1982);
 
Die Schwere Flak 1933-1945, bearb. v. Werner Müller (1984).

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Flạk|ar|til|le|rie, die: Flugabwehrartillerie.

Universal-Lexikon. 2012.

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